Grün, grüner, am grünsten

Was ist eigentlich Green Webdesign?

Wir alle sind fast 24/7 im Internet unterwegs. Aber wie viel CO2 hinterlassen wir dabei eigentlich und wie lässt sich dieser digitale Fußabdruck verkleinern? Ein spannendes Online-Seminar liefert Antworten.

von Silja Becker 04. März 2022
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Was ist Green Webdesign?

Green Buildings, Green Smoothies und Green Fuel – mittlerweile gibt es für alles Erdenkliche eine grüne Version. Nicht alle vermeintlich grünen Produkte sind es auch wirklich, denn hinter der Öko-Fassade kann sich auch Greenwashing verstecken. Dabei handelt es sich um reines Marketing ohne echte Nachhaltigkeitsmaßnahmen, um vom grünen Trend zu profitieren.

Von solchen Versuchen, sich ein grünes Image aufzubauen, möchten wir bei nova Abstand nehmen. Mit unseren digitalen Produkten sind wir dabei in einer anderen Situation als Unternehmen, die analoge Produkte verkaufen und zum Beispiel auf eine nachhaltigere Verpackung aus Pappe umsteigen können. In der Online-Welt kann es durchaus herausfordernd sein, umweltfreundlich zu agieren – doch wir wollen dazulernen und versuchen, nachhaltiger zu handeln. Ein Ansatz dafür ist Green Webdesign.

Aber was ist das eigentlich? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, besuchen Seyran und ich ein Online-Seminar der Akademie für Design und Nachhaltigkeit.

Als erstes werden wir aufgeklärt, warum Green Webdesign ein wichtiges Thema in der digitalen Branche ist: Derzeit hat jeder Mensch in Deutschland einen durchschnittlichen CO2-Fußabdruck von zwölf Tonnen pro Jahr – klimaverträglich wären allerdings nur zwei Tonnen. Alleine durch den Gebrauch von Internet, Fernseher, Smartphone und Laptop stößt jede*r Deutsche jährlich ungefähr 0,85 Tonnen CO2 aus. Im Klartext heißt das: Wir müssen unseren digitalen CO2-Fußabdruck deutlich verringern, um den Klimawandel zu stoppen.

Was können wir im Webdesign tun?

Um Daten und somit Energie und CO2 zu sparen, können wir für Websites zum Beispiel eine Art “Daten-Budget” festlegen. Zurzeit ist die durchschnittliche Website zwei Megabyte groß, ein Ziel für sparsamere Seiten wären circa 140 Kilobyte – also rund 70% weniger.

Unser Dozent Otto erklärt, dass Bilder ein wichtiger Punkt beim Green Webdesign sind, denn sie machen etwa die Hälfte des CO2-Fußabdrucks einer Webseite aus. Um Ressourcen zu sparen, sollten sie daher sparsam und gut überlegt eingesetzt werden. Spezielle Formate wie WEBP und HEIF ermöglichen es, Bilder und Grafiken in kleineren Dateigrößen hochzuladen. Videos spielen ebenfalls eine Rolle: Sie können je nach Möglichkeit durch SVG-Animationen oder Audios ersetzt werden. Auch der Upload im sparsameren HTML5/WEBM-Format kann helfen, um Daten zu sparen. Außerdem sollte auf automatisches Abspielen verzichtet werden – das nervt die meisten User sowieso. Das nächste Thema ist Typografie, denn auch für die Schriften im Web müssen Daten geladen werden. Otto erklärt, dass wir besser Systemschriften verwenden und nur wenige unterschiedliche Schriftarten und Schriftschnitte einsetzen sollen. Um die Größe von Schriftdateien zu optimieren, können wir sie in das WOFF-Format konvertieren. Er gibt auch den Tipp, keine Webfont-Abos abzuschließen, sondern die Webfonts selbst auf einem nachhaltigen Hoster zu hosten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, variable Schriften zu verwenden – das machen wir bei nova bereits. Durch ihre Varianz müssen sie nur einmal geladen werden und wir benötigen keine weiteren Schriftschnitte mehr. So sparen wir Daten und Energie!  

Dann fängt Otto an, von Programmierung zu reden. Ohje, schnell ein paar Notizen für die Entwickler machen! Wir lernen, dass auch die Programmierung einer Website oder App ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß beeinflussen kann. Eine schlanke und codesparende Programmierung reduziert die Datenmenge – dabei eignet sich zum Beispiel Tool CodeKit, um den Code zu komprimieren und so Daten zu sparen. Statt großen Bibliotheken sollen besser modulare Frameworks eingesetzt werden, und auch die Wiederverwendung von Code macht die Programmierung effizienter und spart Energie.

Schließlich geht es um das Hosting der Website: Hier soll die Auslieferung der Website an den Client möglichst sparsam erfolgen. Mittlerweile bieten viele Webhosting-Anbieter ein Green Hosting an, bei dem die Server mit Ökostrom betrieben werden. Wir nehmen den Tipp mit, die optimale Servergröße auszurechnen, um nicht unnötig einen zu leistungsfähigen Server zu betreiben. Als Hausaufgabe nehmen wir außerdem noch mit, im Backend der Websiten mal wieder aufzuräumen. Hier sollen wir als Redakteure und Redakteurinnen regelmäßig die Daten strukturieren und alte, nicht mehr benötigte Daten löschen.

CO2-Ausstoß einer Website berechnen

Im Online-Seminar haben wir ein spannendes Tool kennengelernt, das wir gerne noch erwähnen möchten. Mit Websitecarbon lässt sich der CO2-Ausstoß einer Website berechnen und mit anderen Websites vergleichen. Hier erfährt man auch, wie viele Bäume man pflanzen müsste, um die Emissionen auszugleichen. Wir freuen uns, dass nova.digital die Bewertung “cleaner als 75% der getesteten Websites” erhält! Drei Bäume pflanzen sollten wir trotzdem – vielleicht eine Idee für das nächste Teamevent?

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Silja Becker

Werkstudentin

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